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Rückenmarksnahe Blockaden mit Katheter
Kontinuierliche epidurale Blockade mit Katheter
Seit Einführung der verschiedenen peripheren Kathetertechniken haben wir die Anwendung der Periduralblockade mit Katheter auf folgende Indikationen beschränkt:
Ausgedehnte Schmerzsyndrome zu deren Therapie jeweils mehrere Nerven wiederholt blockiert werden müßten (z.B. Schmerzen im ganzen Bein).
Für periphere Blockaden schwer zugängliche Schmerzbereiche (z.B. Ober- oder Un terbauch).
Der Unterschied zur periduralen Single-shot-Blockade besteht lediglich darin, daß eine dickere Kanüle verwendet wird, deren Spitze gekrümmt ist (Tuohy-Kanüle). Nach sicherer Identifikation des Periduralraumes mittels des beschriebenen plötzlichen Widerstandsverlustes und negativer Aspiration, wird der Katheter durch die Kanüle hindurch ca. 3-4 cm in den Periduralraum nach kranial vorgeschoben (die Tuohy-Kanüle wird so eingestochen, daß die gekrümmte Spitzenöffnung nach kranial zeigt). Nach negativer Aspiration (= Ansaugen) (Blut, Liquor) am Katheter wird über diesen eine Testdosis verabreicht (lumbal z.B. 4ml, thorakal z.B. 2ml Bupivacain 0,5%). Wenn danach der Kreislauf stabil bleibt und nach 5 Minuten keine neurologischen Defizite (motorisch, sensibel) in der unteren Körperregion auftreten, werden weitere ca. 12 ml (lumbal) bzw. ca. 8 ml (thorakal) z.B. Bupivacain 0,5% zur Durchführung einer probatorischen Blockade injiziert.
Bei korrekter Katheterlage kommt es nach ca. 15-25 Minuten zu einer Anästhesie.
Am Ausmaß der Anästhesie (Blockadeausbreitung) kann in etwa die Lage der Katheterspitze abgeschätzt werden. Die genaue Lage kann allerdings nur mit einer Röntgenaufnahme (Kontrastmittel im Katheter) bestimmt werden.
Die therapeutische Dosierung richtet sich nach der gewünschten Blockadeintensität und -Ausbreitung (s. peridurale Single-shot-Blockade).
Bei einer periduralen Katheterblockade ist zu bedenken, daß für die segmentale Ausdehnung neben dem verabreichten Volumen nicht die Höhe des Einstichs, sondern die Lage der Katheterspitze entscheidend ist.
Mögliche Komplikationen bei periduraler Blockade (mit und ohne Katheter) sind:
erhöhtes allgemeines Infektionsrisiko (v.a. mit Katheter)
hohe Spinalanästhesie bei versehentlicher subarachnoidaler Applikation, auch bei sekundärer, späterer Duraperforation des Katheters
massiver Periduralblock bei Überdosierung
i.v.-Injektion (Venen im Periduralraum)
vasovagale Reaktionen
Blasenfunktionsstörungen
Rückenmarksverletzung
epidurales Hämatom.
Eine spezielle Komplikation bei Verwendung eines Katheters ist der Katheterabriß (niemals bei noch liegender Kanüle den Katheter zurückziehen).
Zu einer palliativen Schmerztherapie können über einen Periduralkatheter anstatt eines Lokalanästhetikums auch Opiate appliziert werden (oder gemischt). Die subkutane Implantation eines Ports oder einer Pumpe erlaubt eine Langzeittherapie (s. Kap. 3.5.2).
Aktualisiert:
05.09.05
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