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Rückenmarksnahe Blockaden mit Katheter
Kontinuierliche kaudale Blockade mit Katheter
sakrale Blockade mit Katheter
Die Katheterimplantation mit dem von uns verwendeten Material ist als Anästhesiemethode bereits beschrieben (Astra Chemicals 1989, ab S. 174).
In der Anästhesie ist es allerdings üblich, den Katheter wegen der Infektionsgefahr nach Beendigung des Eingriffs möglichst bald wieder zu entfernen. Der Katheter kann jedoch mehrere Tage belassen werden, wenn er aus der infektionsgefährdeten Perianalregion seitlich subkutan untertunnelt weggeführt wird.
Vor Entfernung der Plastikkanüle aus dem Canalis sacralis wird unmittelbar neben und in Kontakt mit dieser eine ca. 1cm tiefe Stichinzision mit einem spitzen Skalpell durchgeführt, wodurch die Einstichsläsion um die Skalpellbreite erweitert wird. Die Kanüle schützt dabei den Katheter vor einer Verletzung oder gar Durchtrennung. Nach Entfernung der Kanüle wird der Stahlinnenteil wieder eingesetzt. Nunmehr wird die vollständige Kanüle im Abstand ihres Schaftes von lateral und leicht kranial her in Richtung auf die erweiterte Kathetermündungsstelle über dem Hiatus sacralis eingestochen und bis zum Anschlag subkutan vorgeschoben. Bei vorheriger richtiger Abmessung kommt die Kanülenspitze genau in den Stichkanal der Skalpellinzision zu liegen, also unmittelbar am eingepflanzten Katheter. Die Kanüle wird nun sicher fixiert und der Stahlteil entfernt. Jetzt wird das freie Katheterende in die Kanülenspitze eingefädelt und rückwärts durchgezogen. Es empfiehlt sich, nun den beschriebenen "Untertunnelungsvorgang" in weiter lateraler und leicht kranialer Richtung zu wiederholen, um eine größere Distanz zur Analregion zu gewinnen. Die Inzisionsbereiche und Stichkanäle müssen vorher anästhesiert werden. Die Stichinzisionen werden dann nach der Versenkung des Katheters mit Hautnähten fest verschlossen, und der Katheter wird an seinem endgültigen Austritt aus der Haut mit einer Hautnaht fixiert.
Zuerst injiziert man die bei epiduraler Blockade übliche Testdosis: 3-4 ml z.B. Bupivacain 0,5%. Nach mindestens 5 Minuten Wartezeit wird die Testdosis mit z.B. 10ml Bupivacain 0,5% zur probatorischen Blockade vervollständigt, um die korrekte Katheterlage überprüfen zu können.
Schmerztherapeutische Dosierung: 10 ml und mehr z.B. Bupivacain 0,125- 0,15%, je nach beabsichtigter Ausdehnung (mit 25 ml wird etwa Th10 erreicht).
Da durch die beschriebene untertunnelte laterale Ableitung des Katheters die primäre Einstichstelle nicht mehr eingesehen werden kann und so erste Entzündungszeichen verborgen bleiben, limitieren wir die Verweildauer des Katheters aus Sicherheitsgründen auf 7 Tage. In dieser Zeitspanne wird konsequent 2x täglich rektal Temperatur gemessen. Schon bei geringem Temperaturanstieg, sofern dieser nicht mit ziemlicher Sicherheit auf eine katheterunabhängige Ursache (z.B. grippaler Infekt) zurückzuführen ist, muß der Katheter entfernt werden.
Mögliche Komplikationen entsprechen denen bei der lumbalen (thorakalen) Periduralanästhesie auftretenden: Spinalanästhesie bei sekundärer Duraperforation, massiver aufsteigender Block bei Überdosierung, i.v.-Injektion, Blasenfunktionsstörung und Infektion (höheres Risiko als bei der lumbalen oder thorakalen Periduralanästhesie mit Katheter).
Bei einer subperiostalen Katheterlage gibt der Patient in der Regel bereits bei der Testdosis heftige Schmerzen über dem Os sacrum an, auch erfordert die Injektion einen kräftigeren Stempeldruck. Es empfiehlt sich daher, die Testdosis vor der Untertunnelung zu geben.
Aktualisiert:
05.09.05
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