Erfahrung schon seit 1987
Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V Rehabilitationsbehandlungen an und für
Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist auch beihilfefähig.

Plexus brachialis
Kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis mit Katheter

Der Patient liegt auf dem Rücken, der Oberarm ist um 80-90 Grad abduziert (= vom Rumpf weggeführt) bei gebeugtem Unterarm. Eine i.v.-Verweilkanüle ist am kontralateralen (= gegenüberliegenden) Arm angelegt.

Zunächst wird am proximalen (= rumpfnahen) Oberarm die A. axillaris getastet. Der Ungeübte sollte diese anzeichnen. Falls die Arterie (= Schlagader) nicht eindeutig palpiert (= getastet) werden kann, muß der Gefäßverlauf dopplersonographisch identifiziert werden. Die Einstichstelle befindet sich knapp über der Arterie (0,5-1cm), ca. 3-4 QF lateral der Achselhöhle. Nach sorgfältiger Desinfektion (störendes Achselhaar wird beseitigt), steriler Abdeckung und Lokalanästhesie (= örtliche Betäubung) wird die Kanüle (16G) ohne Verschlußkappe in medialer Richtung (= zur Körpermitte hin), parallel zur Arterie, eingestochen und langsam millimeterweise in einem spitzen Winkel vorgeschoben. Nach Perforation (= Durchdringung) der Gefäßnervenfaszie (= Gewebsumhüllung) (kleiner Ruck nach Überwindung eines elastischen Widerstandes) wird die innere Stahlkanüle festgehalten und die Plastikkanüle weiter vorgeschoben. Das Vorschieben des Plastikmantels muß leicht möglich sein, andernfalls liegt eine Fehllage vor. Nun kann die innere Stahlkanüle vorsichtig ((Cave (= Vorsicht) Perforation (= Einreißen) der Plastikhülle)) wieder eingeführt und dann mit einem Niederfrequenzgenerator zur Stimulation verbunden werden, um auf diese Weise die korrekte Kanülenlage zu überprüfen. Optimal ist die Lage nahe der Medianusportion.

Nun wird die innere Stahlkanüle durch einen Katheter (Innendurchmesser 0,6mm) ersetzt und dieser noch 4-5 cm (für die axilläre Blockade) oder ca. 10-12 cm (für die hohe Blockade) weiter in zentraler Richtung vorgeschoben. Nicht selten wird das Vorschieben des Katheters durch eine anatomische Enge der Nervenfaszienscheide zwischen Clavicula (= Schlüsselbein) und erster Rippe behindert. Oft läßt sich die Engstelle überwinden, wenn der Oberarm auf ca. 45 Grad adduziert (= an den Körper herangeführt) wird und eine Hilfsperson einen Zug in verlängerter Richtung des Oberarms ausübt. In hartnäckigen Fällen wird der Katheter nochmals herausgenommen, in ganzer Länge über einen Drahtmandrin (der ständig steril verfügbar sein sollte) gezogen und dann erneut vorgeschoben. Die Spitze des Stahlmandrins darf nicht über das Katheterende hinausreichen, weil sonst die Nervenfaszienscheide perforiert wird. Bei Verwendung eines dünneren Katheters empfiehlt es sich, den Führungsdraht gleich einzuziehen bzw. ein Set zu benützen, das einen Katheter mit Führungsdraht enthält.

Die probatorische Blockade erfolgt mit 25-30ml Bupivacain 0,5%.

Therapeutische Dosierung:

Da sich der Perineuralraum (= Raum zwischen dem nervenumhüllenden Gewebe und dem Nerv selbst) bis zu den Querfortsätzen der Halswirbel erstreckt (Hempel et Baur 1982) kann mit einem genügend großen Volumen (z.B. 50 ml) der Plexus cervicalis erreicht werden, vorausgesetzt, die Scalenuslücke ist nicht zu sehr eingeengt. Häufig besteht auch eine Verbindung zu den sympathischen Halsganglien, so daß auch ein Horner-Syndrom (= Lidsenkung, Pupillenverengung und Zurücksinken des Augapfels) entstehen kann, das aber bei der angegebenen Lokalanästhetika-Konzentration allenfalls angedeutet auftritt. Gleiches gilt für eine mögliche Beeinträchtigung des N. phrenicus (= Nerv für das Zwerchfell).
Komplikationsmöglichkeiten
: Verletzung des Plexus brachialis (Nervenschädigung bzw. Nervenverletzung), Punktion der A. axillaris (Kompression! ).

Es besteht auch die Möglichkeit, den Katheter interskalenär (= im seitlichen Halsbereich) einzupflanzen. Dieser Zugang ist vor allem bei Affektionen (= Störungen, Erkrankungen) im Schulterbereich sinnvoll, allerdings ist diese Lokalisation mit einem etwas höheren methodischen Risiko behaftet.

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